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So, 21.05.2017
 | 18:00 Uhr
Kirche an der Wilhelminenstra├če in Broich
 | M├╝lheim an der Ruhr

Thlokomela zu Gast in Mülheim
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Thlokomela zu Gast in Mülheim

Der Chor gastiert zum zweiten Mal in Mülheim. Das Konzert vor zwei Jahren war ein voller Erfolg und auch diesmal werden die jungen Erwachsenen aus den Townships der namibischen Hauptstadt Windhoek ihr Publikum mit Gesang, Tanz und ihren Lebensgeschichten mitreißen.
Ihre Musik verbindet afrikanische Werte mit christlichem Glauben. Neben englischen Gospel singen sie vor allem auch Lieder in verschiedenen Stammessprachen, welche den Stolz der verschiedenen Stämme, Traurigkeit, Mut, kämpferischen Glauben und Lebensfreude ausdrücken. So verbinden sie Rhythmus, Tanz und Musik auf eine unglaublich mitreißende Art.
Die jungen Sängerinnen und Sänger kommen alle aus Katutura, dem Armenviertel von Windhoek. Katutura ist ein ehemaliges Township, welches in den 1950er Jahren im Zuge der südafrikanischen Apartheitspolitik entstand.
Katutura bedeutet übersetzt: „Ort, an dem man nicht leben möchte“, es liegt auf Hügeln am Rande der Stadt und wird von ca. 100.000 ausschließlich Schwarzen bewohnt. Die größten Probleme sind mangelnde Schulbildung, AIDS, Arbeitslosigkeit und sicherlich auch die medizinische Versorgung.
Der Thlokomela-Chor stammt aus Okahandja Park, einem der ärmsten und am schlechtesten entwickelten Teile Katuturas. Hier haben die Häuser noch keinen Strom-anschluss und das Wasser zum Kochen und Putzen muss aus zentralen Wasserhähnen geholt werden

"Thlokomela" heißt: "Pass auf!" Und aufpassen muss man wahrlich in den Wellblechhüttensiedlungen weit draußen am Rande Windhoeks. Vor allem, dass man nicht absinkt in den Strudel von Perspektivlosigkeit und Kriminalität. Was Thlokomela dagegensetzt?
Der Leiter der Gruppe Thlokomela, Dawid Gawub: „Von außen betrachtet ist unser Leben alles andere als leicht. Die meisten von uns finden trotz Schulabschluss keine Arbeit und wohnen in Wellblechhütten ohne Strom und Wasser. Aber davon lassen wir uns nicht unterkriegen. In unserer afrikanischen Musik finden wir eine Kraft, die uns immer wieder aufstehen lässt. Selbst wenn wir kaum die Umstände verändern können, so arbeiten wir an unserer Lebenseinstellung. Dafür bekommen wir sogar schon bei unseren Proben die Unterstützung unserer Nachbarn. Außerdem kommen viele Kinder hinzu und lungern nicht mehr - allen möglichen Gefahren ausgesetzt - auf der Straße herum.“
Thlokomela begann 2008 als ein reines Chorprojekt, inzwischen ist dank deutscher Unterstützung auch ein Posaunenchor und eine Blockflötengruppe hinzugekommen. Neben den Proben haben die Jugendlichen aber auch die Möglichkeit, über ihre aktuellen Probleme zu sprechen.
„Thlokomela“ ist ein gelungenes Beispiel eines funktionierenden Selbsthilfeprojekts.